Home Office und Familienzeit

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Seit Freitag ist es bekannt, seit spätestens Mittwoch ist es definitiv, wenn ihr nicht als Eltern in systemrelevanten Berufen arbeitet: Kita und Schulschließungen bis mindestens zum 19. April. Ihr seid also für die nächsten paar Wochen mit euren Kindern zu Hause. Dabei gilt es den Kontakt zu Großeltern zu vermeiden und auch grundsätzlich eine sog. physische Distanz einzuhalten. Gedanken über den Shutdown, also eine Ausgangssperre kommen noch dazu.

Die neue Situation kann eine Chance sein, um sich in der Familie neu kennenzulernen.

Ein Twitter-Account, dem ich dieser Tage besonders gerne folge, ist der von Phillipe Wampfler aus der Schweiz. Mit diesem Tweet hat er die aktuelle Situation für alle, die nun zu Hause arbeiten dürfen (!)  und ihre Kinder haben sich haben zusammenfasst.

Alles ganz durcheinander? Ja, bestimmt. Das hört aber auf! Alles ganz schrecklich? Nein, auf gar keinen Fall. Die neue Situation ist doch die ideale Chance als Familie zu entschleunigen und neu zusammenzufinden.

Hier ein paar Tipps und Ideen, diese besondere Zeit nicht nur zu überleben, sondern dabei etwas Wertvolles für sich und seine Familie mitzunehmen:

  • Baut Euch Regeln! Regeln geben Rahmen. Setzt Euch eine Struktur, die Euch alle gut durch den Tag bringt. Erst recht in den unsicheren Zeiten ist eine visualisierte Tagesstruktur auch für Kinder ganz wichtig. Bastelt Euch einen Tagesplan. Mal auf die Küchenuhr, die Zeiten bunt an, an denen das Lernen, das Arbeiten, das Spielen, das digitale Medienerleben, Bewegung, Kochen und all die anderen Sachen stattfinden. Ihr werdet merken, alle Teilnehmer*innen der Familie werden dadurch ruhiger werden.
  • Startet Euren Tag mit Bewegung. Erst recht, wenn Euer Bewegungsradius eingeschränkt ist, ist es wichtig in Bewegung zu bleiben. Erst recht, wenn wir solidarisch so gut es nur geht, zu Hause bleiben müssen!
  • Schule, wie sie sein sollte! Natürlich sind Mathe, Deutsch und Sachkunde wichtig. Aber was spricht denn gegen das Unterrichtsfach Familien-Meditation, Was-mich-glücklich-macht-Rund, … ? Was hat Euch und Eure Kinder schon immer in der Schule oder in der Kita gefehlt? Baut es ein. Jetzt ist Eure Chance!
  • Eure Wohnung – euer Abenteuer! Der unaufgeräumte Keller. Das Spielzimmer, das langsam überquillt das Wohnzimmer, bei dem die Möbel schon viel zu lange eigentlich unpraktisch standen. Packt es an. Alles zusammen. Und macht ein Abenteuer draus.
  • Holt Luft. Setzt euch aber auch ganz feste Für-mich-Zeiten, in der es nur um die Selbstfürsorge geht. Diese Zeiten sind Gesetz und werden niemals aufgeschoben! Alle brauchen euch: Eure Kinder, der/die Partner*in – und vor allem ihr euch selbst. Es reichen schon 5 Minuten aus dem Fenster schauen oder im Buch blättern, dass schon viel zu lange im Regal auf euch wartet.
  • Minimiert Nachrichten. Ich persönlich bin sehr dankbar, dass es den öffentlichen Rundfunk gibt. Tagesschau, Deutschlandfunk und Co. Hier findet ihr die wichtigsten Nachrichten und Entwicklungen zu Corona. Aber konsumiert die Nachrichten mit Bedacht. Setzt euch max. 3 Zeiten am Tag, an denen ihr Nachrichten verfolgt. Alles bringt euch in Aufruhr und setzt euch in Stress. Wenn ihr was nicht braucht in den nächsten Wochen, dann ist das kein Stress, sondern Ruhe und Gelassenheit.

Vater liest aus Buch vor

  • Das Haushalts-Team. Schluss mit Kantinen und Mensen in Kitas und Schulen. Es wird zu Hause gekocht. Das kann anstrengend sein, muss es aber nicht. Bezieht eure Kinder mit ein. Klar ist aber auch, wer fragt, muss auch die Antwort wertschätzen. Aber mal Chips zum Frühstück oder Marmeladenbrote zum Mittagessen, werden wir auch alle überleben.
  • Welchen Hut hast du auf? Vermischen sich Lebensbereiche (Job und Familie), dann ist es wichtiger denn je, sich seiner Rolle / seinem Label bewusst zu werden. Wer bist du jetzt gerade? Elternteil oder bist du im Job? Mach dir das klar und schätze deinen aktuellen Hut, den du aufhast wert. Alles andere stresst nur und produziert am Ende mehr Aufregung und Stress. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir beim gedanklichen Auf- und Abnehmen deiner Hüte sagst (wörtlich), welchen du gerade aufhast. Beispiel: „So, jetzt ist die Mail draußen. Ich bin jetzt nicht mehr im Job. Ich bin jetzt Mama / Papa.“ … „Die Kinder hören jetzt ein Hörspiel. Ich setze mit nun an den Laptop und bin nicht mehr Mama / Papa. Jetzt bin ich im Job.“ Das wirkt evtl. befremdlich. Das wörtliche Aussprechen hilft, gerade in der Anfangsphase, gut in Rollen rein und raus zu kommen.

Kind schaut aus dem Fenster

  • An jedem Tag gibt es eine gemeinsame Aktivität. Alle sind dabei. Alle haben Spaß. Kein Smartphone. Kein Aufräumen. Kein Homeschooling. Punkt.
  • Spielen statt Streiten! Das Spiel gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Das war schon immer so. Vielleicht haben wir Erwachsenen das manchmal vergessen. Lasst uns das wieder entdecken. Das Spielzimmer wird viel schneller aufgeräumt, wenn die ganzen Fische (Spielsachen), die auf dem Boden liegen, ganz schnell in die richtigen Aquarien (Kisten) müssen. Aber schnell! Die Fische müssen rasch zurück ins Wasser. Also looooooos! Nehmt Euch von allen Punkten hier mit, was euch gut tut, anspricht. Außer den Punkt mit dem Spielen. Nehmt den auf jeden Fall. Er wird helfen, sofern Ihr wirklich mitmacht. Ihr werdet in Situationen lachen, in denen ihr vorher geschimpft hättet. Spielen funktioniert. Immer. Ich gebe Euch eine 100%ige Erfolgsgarantie.

Wie erkläre ich meinem Kind COVID-19?

Ihr wollt Euren Kindern den Corona-Virus erklären, aber Ihr wisst nicht wie? Schaut Euch mal das Video hier an. Ich finde es großartig:

Welche digitalen Impulse sind für mein Kind gut für die Zeit zu Hause?

Das lässt sich nicht pauschal und schon gar nicht abschließend klären. Ich liste mal meine aktuelle Top-Liste auf:

Diese Liste werde ich, wenn ich über neue Infos stolpere, stetig erweitern. Schaut also gerne immer wieder hier rein.

Alles, was wir tun müssen, um die Welt zu retten, ist zu Hause auf der Couch zu bleiben. Es war noch nie so einfach ein Held zu sein!

Wenn ihr noch Fragen oder Wünsche habt, meldet Euch gerne hier. Gerade ist viel los bei mir, ich bemühe mich, alles schnellstmöglichen zu beantworten.

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Benjamin Wockenfuß

Benjamin Wockenfuß ist Social Media Manager, Suchttherapeut und Kinderbuchautor. Für die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) leitet er das Bundesmodellprojekt DigiKids (www.digikids.online). Ein Medien-Chancen-und-Grenzen-Projekt für Kinder im Kindergarten. Benjamin Wockenfuß lebt mit seiner Frau und seinen drei Jungs in Bonn kurz vor´m Wald. Als Speaker, Berater und Dozent ist er bundesweit unterwegs.

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