Mein erstes Buch. Ein Kinderbilderbuch.

Podcast Lotta und Klicks Scribbles

Im September 2019 ist einer meiner Lebenträume Wirklichkeit geworden. Mein erstes Buch kam raus. Ein Kinderbuch. Über den Umgang von Smartphones bei Kindern und über die Mediatisierung in der Familienkultur. Dabei rausgekommen ist: Lotta und Klicks.

Mir war es wichtig,  ein Mutchmacher-Buch für eine Digitale Balance einerseits und der Elternrolle in Zeiten von Home Office, Videokonferenzen und New Work auf der anderen Seite zu machen. Aber was soll ich hier groß über mein eigenes Buch rezensieren, da lasse ich lieber den hochgeschätzten Flo dran, der das Buch an seinen Kindern vertestet hat. Ein Live-Experiment sozusagen. Aber lest selbst …

 

Auzug Lotta und Klicks. Lotta ruft nach Papa.

Über Lotta und Klicks …

Wer bereits ältere Kinder hat, erinnert sich vielleicht mit mildem Lächeln an die Zeit, als man sich noch höchst amüsiert darüber zeigte, dass der Nachwuchs ein Smartphone in der Hand hält. War dieses doch meist nur ein Baustein oder ein anderer beliebiger Gegenstand mit dem das Telefonieren imitiert wurde. Noch wackelig auf den Beinen, wurde bereits ausgiebig mit Oma „telefoniert“.  Der Höhepunkt der familiären Freude, wenn die kleinen Wurstfinger schließlich noch die bei uns abgeschaute Wischtechnik vollführten. Wie süß!

Es konnte ja niemand ahnen, dass sie modernes Kommunikationsverhalten auch weiterhin nachahmen. Spätestens mit dem vehementen Wunsch nach einem eigenen Smartphone vergeht uns dann das Lachen. Wie lange kann man seine Gegenwehr noch aufrechterhalten? Wie lange kann man seinem Kind mit nachvollziehbaren Argumenten einen Gegenstand verwehren, der im Leben der Erwachsenen, täglich sichtbar, eine so große Rolle einnimmt? Anders als zum Beispiel beim Führerschein, gibt es keine Gesetze, die den Zeitpunkt des Smarthone-Besitzes regeln. Einzig unsere individuelle Entscheidung als Eltern zählt. Während für einige mit Beginn der Grundschule der passende Zeitpunkt gekommen scheint, schlagen andere hier fassungslos die Hände über dem Kopf zusammen. Wenn sie nicht grade ihr eigenes Telefon in eben diesen halten. Für meine Töchter (2 und 6 Jahre ) ist das Gerät noch hauptsächlich dazu da, sich Fotos oder Videos, hauptsächlich mit sich selbst als Hauptdarstellerinnen, anzuschauen.  Doch auch jetzt kann ich schon die potentiellen Konflikte erahnen, die mir fröhlich aus der Zukunft zuwinken.

Wir müssen Vorbild im Umgang mit einer Technik sein, die wir selbst noch erproben und die sich immer wieder ändert. Die Verteufelung und Alarmierung, meist von älteren Herren mit vielen Doktortiteln vorgetragen, kann kein Weg sein. Smartphones sind da, sie bleiben, und ja: sie sind durchaus nützlich. Eine möglichst frühe Sensibilisierung und Thematisierung ist also eine gute Vorbereitung. Hier kommt das Kinderbuch „Lotta und Klicks“ von Benjamin Wockenfuß  ins Spiel bzw. in unser Regal.

 

Lotta überlegt, ob sie das Smartphone nehmen soll.

 

Während das Smartphone in der nostaligischen Welt der Kinderbücher häufig gar nicht existent ist, nimmt es in Lottas Familie, eine zentrale Rolle ein. Und auch das Lotta es in die Hand gedrückt bekommt, weil Papa nur mal schnell ein paar E-Mails beantworten muss, dürfte sowohl vorlesenden Eltern als auch zuhörenden Kindern bekannt vorkommen. Gemeinsam mit den wunderbaren Ilustrationen von Stefanie Messing erleben die Kinder eine lebensnahe und spannende Geschichte. Das Smartphone wird im weiteren Verlauf keineswegs verteufelt, sein Reiz und die damit verbundenen, unangenehmen Folgen für den Familienalltag aber auch nicht verschwiegen. Schließlich ist plötzlich der Hund Klicks verschwunden, weil alle abgelenkt sind.

Zur gemeinsamen Reflektion wird Lottas Abenteuer immer wieder von Fragen bezüglich eigener Erfahrungen unterbrochen. Gleichzeitig lockern Rätsel die Geschichte auf und regen das Kind an, sich mit dem Medium Buch auseinaderzusetzen- genau wie ein Handy, muss dieses ab und zu gedreht werden, damit man weiterlesen kann.

Während meiner älteren Tochter die Szenen rund ums Handy nur allzu bekannt vorkommen, wird die jüngere vor allem über den Hund Klicks abgeholt. Trotz des Altersunterschiedes wird die Geschichte damit für beide gleichermaßen reizvoll.

Statt sich von der Hysterie um Handysucht und ähnlich greller Meldungen verunsichern zu lassen, sollten wir dieses noch relativ neue Kommunikationsmittel vielmehr als Chance sehen. Ein Smartphone kann unser Leben tatsächlich unkomplizierter machen, es regt unsere Kreativität an und ist gelegentlich ein schöner Zeitvertreib. Gleichzeitig sollte uns klar sein, das es auch einfach zur Seite gelegt werden kann. Sichere Eltern können ihren Kindern genau das vermitteln. „Lotta und Klicks“ ist für diesen Prozess ein guter Start.

Das ist Flo …

Profil Florian

Florian Tomaszewski hat Soziale Arbeit an der FH in Köln studiert und darf sich mittlerweile auch Social Media Manager nennen. Aktuell sorgt er dafür, dass man die Lebenshilfe Köln im Internet und außerhalb davon findet. Mit seiner Familie wohnt er in Köln-Nippes, gerüchteweise das „kinderreichste Viertel Deutschlands“ und Schauplatz der sehr empfehlenswerten Serie „Andere Eltern“.

Worum gehts denn in dem Buch so …

Lotta und Klicks Cover

Montagmorgen bei Lottas Familie: Alle trödeln herum, Papa muss dringend noch E-Mails beantworten – und drückt Lotta und ihrem kleinen Bruder Lukas so lange das Smartphone in die Hand. Nicht mal Familienhund Klicks kann die beiden ablenken, so vertieft sind sie in die digitale Welt. Über Homeoffice und Smartphone-Beschäftigung vergessen alle die Zeit. Nur Klicks nicht. Als sie dann doch noch, kurz vor knapp, in die Kita fahren, passiert es: Klicks geht verloren! Wie finden sie den Hund nun wieder? Lotta ist untröstlich. Kann da eine App auf Papas Handy helfen oder braucht es dafür etwas anderes?

Ihr wollt mehr über das Kinderbilderbuch erfahren? Dann hört doch weiter unten mal in den Podcast rein, den ich für mein Projekt DigiKids regelmäßig rausbringe.

 Ben Wockenfuß Profilbild

Benjamin Wockenfuß

Benjamin Wockenfuß ist Social Media Manager, Suchttherapeut und Kinderbuchautor. Für die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) leitet er das Bundesmodellprojekt DigiKids (www.digikids.online). Ein Medien-Chancen-und-Grenzen-Projekt für Kinder im Kindergarten. Benjamin Wockenfuß lebt mit seiner Frau und seinen drei Jungs in Bonn kurz vor´m Wald. Als Speaker, Berater und Dozent ist er bundesweit unterwegs.

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