Getting This Book Done. // 01 Zeitblöcke und Überraschungen

So, nun geht es los mit dem ersten „richtigen“ Beitrag. Wie versprochen nehme ich Euch mit in die Entstehung meines zweiten Buches mit. Relativ schnell, wundert sich Leute, WANN ich neben Job (Vollzeit) und Kindern (drei) und Sport (Tennis und Laufen) auch noch Zeit finde, ein Buch zu schreiben?! Eine wirklich gute Frage.

Ich habe anfangs viel Zeit damit verloren, täglich nach den Schreibtzeitfenstern zu suchen.

Ergebnis meiner Suche: Es gab irgendwie keine. Nie! Langsam stieg Hektik in mir auf. Kann ich so ein großes Projekt „nebenbei“ schaffen? Soll ich dem Verlag fairerweise absagen? Klar war auch, wenn noch ein Buch von mir rausgeht, dann möchte ich total dahinter stehen.

Du hast keine Zeit? Dann pack sie dir in Blöcke.

Ich stolperte durch eine gute Podcastempfehlung über Cal Newport. Cal Newport ist Professor für Computer Science an der Georgetown University und er schreibt Bücher. So auch die großartige (wirklich!) Bücher Deep Work und Digital Minimalism. Ich möchte jetzt hier keine große Rezension abreißen, nur kurz: Es geht um optionale Technik, die Bedeutung von ungestörter Aufmerksamkeit und Ablenkungen durch z.B. Social Media Plattformen. Da habe ich mich stark wiedergefunden. Dort reißt er den Begriff des Time Blockings an. Eine Methode, in dein Tag komplett verplant wird. Klingt stressig. Fühlt sich (für mich) jedoch nicht so an. Der Tag bekommt eine Struktur. Ich weiß heute, was ich morgen machen werde. Dabei plane ich mir Blöcke ein, die bestimmte Aufgaben bündeln. Mehr zu dieser Methode findet ihr hier.

For deep habits its important to plan every minute of your work day.

(Cal Newport)

Vollgepackte Schreibtisch mit Laptop und Zetteln.

Ich nutze dafür entweder mein Notizbuch oder meinen digitalen Kalender. Dort blocke ich mir den Tag in verschieden definierten Farben durch und kümmere mich innerhalb dieses Blocks nur auf diese Aufgaben, die ich in diesem Blog gebündelt habe. So z.B. „Schreiben“. Das hilft enorm. Ich war viel weniger abgelenkt und viel, viel produktiver. Durch den größeren Fortschritt und das tiefere Einsteigen in die Themen (was haben mich Mails usw. vorher abgelenkt), wurden meine Ergebnisse rasch besser. All das steigerte natürlich meine Motivation weiterzumachen. Für meine Tasks und To Dos verwende ich die Anwendung Todoist. Diese kann ich sehr empfehlen. Hier gehts zu einer Anleitung, wie ich mit dieser Anwendung Time Blocking umsetzen könnt. Fürs kreative Sammeln – mein Ideation für Inhalte – zücke ich mein analoges Notizbuch mit Stift, das iPad mit Apple Pencil oder nutze die App Workflowy. Je nach dem, was gerade zu mir passt.

Dann war da noch die Sache mit dem Titel, der keiner bleiben durfte …

In einem Video-Meeting mit Stefanie Messing, meiner Illustratorin, kamen wir darauf, dass es bereits ein Vorab-Cover und sogar einen Titel für mein Buch gibt. WAAAAAASSS? War meine spontane Reaktion. Erst Recht, weil beides nicht mein Gefallen gefunden hatte. Was war passiert? Der Verlag musste relativ kurzfristig reagieren, damit mein Buch noch in die Kataloge kommt, die dann wieder rum die Grundlage dafür sind, welche Auswahl später im Buchladen landet. Es musste also rasch gehandelt werden, da hat Sebastian, der Koordinator von Verlagsseite, nach besten Wissen und Gewissen, etwas zusammengezimmert und es rausgehauen. Feedback-Schleifen waren nicht mehr möglich. Ich schätze Sebastian sehr. Mit ihm habe ich auch bereits für Lotta und Klicks zusammengearbeitet. Niemanden hätte ich lieber von Verlagsseite als Ansprechpartner. Aber das war dann schon ein Schockerlebnis!

Cover und Titel sind (mir) enorm wichtig. Das wird im Regal des Buchladens als erstes wahrgenommen. Wenn ich ein Buch über Väter und Erziehungsgestaltung rausgebe, dann geht das nur, wenn das Vatersein und Emotionalität sich schon im Titel und auf dem Cover wiederfinden.

Vater geht mit Kind im Wald spazieren.

Ich verlinke das vorläufige Cover jetzt mal nicht. Wer’s im Netz findet, kann sich das anschauen. 😉 Der Titel wird nun anders lauten und die Erziehungs-Beziehungs-Gestaltung stärker akzentuieren. Auch im Coverbild wird deutlicher werden, dass Vatersein durchaus etwas mit Gefühlen und Hineinfühlen von Bedürfnissen zu tun hat. Seid also gespannt …

Nächste Woche können wir mal hingucken, was mich an vielen Väter-Ratgebern stört und warum es meiner Sicht total wichtig ist, die Vaterrolle stärker zu emanzipieren. Oder anders gesagt: „Ein Papa ist mehr als eine schlechtere Version der Mama.“

So, jetzt gehts weiter mit dem Manuskript für den Kindebuchteil. Vielleicht gibts da in der nächsten Woche auch noch was dazu!?!

Gute Woche Euch mit vielen erfolgreich gesetzten Time Blocks.

 

+++ Nachtrag +++

Nach einer intensiven und wenig produktiven Woche, bin ich zurück zu meinem analogen/digitalen Workflow. Ich brauche das Bullet Journal ganz deutlich für fokussiertes Arbeiten. Das geht für mich nicht online. Das soll jetzt hier auch gar kein großer Vergleich werden. Für mich, brauchts eben die Limitiertheit von Stift und Papier. So sieht mein Workflow nun (mit kurzer Unterbrechung) schon seit längerem aus:

Mein Workflow

 Ben Wockenfuß Profilbild

Benjamin Wockenfuß

Benjamin Wockenfuß ist Social Media Manager, Suchttherapeut und Kinderbuchautor. Für die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) leitet er das Bundesmodellprojekt DigiKids (www.digikids.online). Ein Medien-Chancen-und-Grenzen-Projekt für Kinder im Kindergarten. Benjamin Wockenfuß lebt mit seiner Frau und seinen drei Jungs in Bonn kurz vor´m Wald. Als Speaker, Berater und Dozent ist er bundesweit unterwegs.

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