Es wird Zeit für Fair Tech!

Elektro, kein Schott.

Es ist schon seltsam, alljährlich versprechen uns die Tech Giganten von Apple, Google, Samsung und Co, dass dieses Smartphone nun wirklich DAS Smartphone ist, auf das ich mein Leben lang gewartet habe. Gestern war ganz nett, heute ist morgen und morgen brauchst du soundsovielte Megapixel in deiner Kamera und noch einen flacheren Korpus und einen noch rascheren Prozessor. All das brauchst Du dringend, damit du dabei bleibst, damit du auf Stand bleibst. Das Smartphone als Statussymbol. Mal lauter, mal leiser. Ich weiß nicht, wie es Euch geht? Für mich war das lange Zeit so.

Kid in front of a Laptop on an African tech waste hill

Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“

Ich bin ein Freund von Apple Geräten (Anm. d. Red.: Dieser Artikel wird gerade auf einem iPad Pro unterwegs im Zug verfasst). Alles praktisch. Alles synchron. Alles super. Jetzt kommt der ein oder die andere um die Ecke: Mein iPhone XY kann ich aber auch 5 Jahre nutzen. Ja, stimmt bestimmt. Aber machst Du das wirklich? Oder ist nach spätestens 2 Jahren die neue Technik wieder reizvoller?

Alleine im zweiten Quartal 2019 verkauften Hersteller weltweit 368 Millionen Smartphones.

Vielleicht wurde die Bedeutung von Smartphones einfach zu groß?

Versteht mich nicht falsch. Ich mag mobile devices und all die praktischen Vorzüge für Beruf und Privatleben. Echt. Viele dieser Möglichkeiten nutze  ich auch, sonst könnte ich nicht ortsunabhängig mit drei Kindern leben und arbeiten. Ich bin also ein klarer Befürworter von digitalen Assistenten. Aber sind sie das noch? In einem wissenschaftlichen Artikel las ich mal sinngemäß „Das Smartphone ist eine Verlängerungen des Ichs“. Vielleicht ist an diesem Ausspruch sogar mehr dran, als uns das gefällt, aber darüber soll der Artikel hier gar nicht so sehr gehen – aber eben auch.

Nachhaltige Kleidung. Nachhaltige Nahrung. Warum keine nachhaltige Technik?

Um es kurz zu machen. Ich bin hier nicht der Technik Experte. Dieses Video gibt jedoch einen ersten Einstieg:

Wertschätzung ist hier ein wichtiger Begriff für mich. Einen Wert schätzen. Das neue Smartphone ist top und hipp – aber leider auch komplett verklebt. Ich kann gar keinen Akku wechseln – „Hey, lieber Kunde*in, dass willst du doch genau so, weil du dein Smartphone schön dünn sein soll!“ Also weg damit wenns nicht mehr läuft.

Meine tollen AirPods Pro hatten letztens einen Defekt. Sie wurden nur wenige Wochen alt. Reparatur leider chancenlos – alles verklebt, nichts zu reparieren. Ab auf den Müll. Hier findet ihr einen Artikel, der den Elektroschrott Wahnsinn ganz gut zusammenfasst.

Jetzt ist es nicht so, dass Firmen wie Apple gar nichts für Nachhaltigkeit tun. Apple wird weltweit mit erneuerbarer Energie versorgt. Der Roboter Daisy zerlegt alte iPhones, dadurch wird ein Teil wiederverwertbar. Alles gut und schön. Aber mal ehrlich … die gute Daisy brauche ich doch gar nicht, wenn ich elementare Basisteile wie Display, Akku und Kamera einfach selber auswechseln kann?!

Nachhaltige Smartphones. Kann das klappen?

Ja klar, aber … es gibt sie, die Lichtblicke im Smartphonesektor. Fairphone – ein Smartphone mit Fairtrade Zertifikat – aus den Niederlanden z.B. oder Shiftphones aus Deutschland. Die haben das hinbekommen. Du brauchst eine neue Kamera? Kauf dir das entsprechende Modul und setz sie einfach ein. Dein Smartphone ist aus der Tasche gefallen und dein Display ist hinüber? Setz einfach ein neues ein. 

Lovephone modular inside

Na, dann ist doch alles gut! Alle los zum nächsten Öko-Smartphone?!

Leute, ich sag Euch wie es ist. Mein Shiftphone nutzte ich bisher phasenweise (jetzt ist es wieder soweit) als Erstgerät, sonst als Smartphone Nr. 2. Das Display leuchtet nicht so schön, wie das von meinem iPhone XR. Puh und die Kamera. Bei meinem iPhone habe ich absolute Hingucker-Fotos in Serie geschossen. Die Bilder beim Shift 6m sind dagegen … so naja.

Wer ein Shiftphone kauft, macht ein Statement. Für Nachhaltigkeit, für faire Arbeitsbedingungen, für Transparenz. Technologische Leistung steht nicht an erster Stelle.

Doch genau dieser Vergleich ist nicht fair. Während Shifphones 40.000 Geräte verkaufte, schaffte Apple das 2018 in gut 1,5 Stunden.

Wisst ihr was? Das Höher – Weiter – Schneller nervt. Muss es denn die Super-Top-Kamera sein? Wie viele Fotos mache ich denn wirklich, die ich mir dann auch noch später anschaue. Bestimmt nicht die 7000 in meiner iCloud.

Toll, mit dem strahlenden Display – aber ist das wirklich wichtig? Großartig, dass ich mit dem neuen Smartphone einen Film in noch nie da gewesener Qualität drehen kann. Prima, nur brauche ich das ehrlich gesagt gar nicht.

Ich nutze meine Devices für den Job (Vorträge, Büroanwendungen, Social Media, Podcasts) und für private Anwendungen (v.a. Lesen von digitalen Zeitungen, Blogs, mal ein paar Videos, Schnappschüsse, auch Podcasts). Ich brauche also tatsächlich wenig von dem, was der Smartphone-Hersteller mir da mit seinem neusten Flagschiff als lebensnotwendig verkaufen will. Lieber hole ich mir z.B. für Fotos die Digitalkamera raus. Das macht mir ohnehin mehr Freude und ich mache die Fotos bewusster. 

Mein Smartphone ist für mich ein Assistent, der da ist um Alltagsanforderungen zu bearbeiten. Dafür brauche ich keine mega Kamera und kein ultrahochauflösendes Display.

Oder wie die Menschen bei Shift sagen „People are more important than machines“.

Nur mit Unterstützung bleiben nachhaltige(re) Entwicklungen nicht stehen

Wir entscheiden, wohin die Reise weitergeht. Die Macher*innen von Shift entwickeln mit Herz und Hochdruck neue Technologien, die nachhaltig(er) sind. So z.B. das Shift 6mq. Ein neues Highend-Smartphone, was dann wirklich keine Wünsche – auch bei der Kamera – mehr offen lässt. Damit nimmt das Shift eine Vorreiterrolle ein. Mit diesen leistungsstarken Komponenten, wurde noch kein modularer Smartphone produziert.

Das ist großartig. Das ist was ganz Besonderes. Dafür braucht es jedoch uns als Supporter*innen. Ohne Crowdfounding und ohne Kauf und Nutzung dieser nachhaltige(re)n Geräte, kann nichts weiter entwickelt werden. In dem so stark umkämpften Techniksektor, können wir mit unseren Kaufentscheidungen besonders massiv auf eine Entwicklung einwirken. Eine Entwicklung, so wie wir sie uns wünschen.

Sobald ich das Shift 6mq in den Händen halte, gibt es ein umfangreiches Unboxing, Hands On und ein Review (auch als Video) von mir.

Shift 6mq

Lasst uns doch mal einen Gang runterschalten, was unseren Technikkonsum anbelangt. Diese ganzen ökonomisch-linearen Modelle haben ohnehin ausgedient. Wir leben auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen. Ist halt so! Wir brauchen demnach vielmehr zirkulärwirtschaftliche Denkmodelle. Das gilt auch für unsere Technik.

Brauche ich wirklich ein großes Smartphone, einen Laptop und ein Tablet und dazu auch noch einen Desktop-Rechner? Wirklich? Oder kann ich einiges miteinander zusammenbringen? Auch hier haben die Leute von Shift eine geniale Idee.

Shift mu Bundle

Das Ganze nennt sich Shiftmu. Eine ganze spannende Sache.

Ich möchte mit den Dingen, die mich umgeben wertschätzend sein. Erst recht mit meinem Smartphone, das mich in vielen Lebensbereichen begleitet und eigentlich den ganzen Tag bei mir ist. 

Lasst und davon wegkommen, Produkte zu kaufen, nur damit wir ganz kurzfristig befriedigt sind. Geben wir den Unternehmen Anreiße, stattdessen Services anzubieten. Von mir aus, auch ein Smartphone-Abo, bei dem ich mir bei Bedarf ein neues Gerät dazu buchen und mein „altes“ abgeben kann. Das veranlasst Gerätehersteller, Reparaturen und Langlebigkeit sowie die Entwicklung der Geräte ins Zentrum zu  rücken. Darüber hinaus erhalten Geräte so eine echte Chance auf ein Secondlife und sogar ein Thirdlife. Die Menschen von Shift regeln das z.B. mit einem Gerätepfand.

Spoiler am Ende: Das Nachhaltigste ist natürlich, wenn ihr eure Geräte möglichst lange nutzt.

 

Anmerkungen zu diesem Artikel

Die Firma Shiftphones kommt in meinem Artikel besonders gut weg. Es ist mir wichtig zu sagen, dass dieser Artikel  meine freie Meinung und meine Gedanken zu diesem Thema widerspiegelt. Von der Firma gab es keinerlei Wunsch oder Verlangen nach positiver oder überhaupt irgendeiner Berichterstattung. Zur Transparenz sei jedoch dazu gesagt, dass ich im Rahmen meines Jobs Shiftphones vom Hersteller nutzen darf. 

Ich weiß, ich hätte hier noch mehr auf den ganzen Android-Markt eingehen können. Da kenne ich mich aber viel zu wenig aus, da ich – wie hier auch beschrieben – seit über 10 Jahren nur Apple Devices genutzt habe. Sorry, wenn diese Seite hier zu kurz kommt, aber vielleicht hast Du, ja genau DU! ja Lust was dazu zu bloggen?

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Benjamin Wockenfuß

Benjamin Wockenfuß ist Social Media Manager, Suchttherapeut und Kinderbuchautor. Für die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) leitet er das Bundesmodellprojekt DigiKids (www.digikids.online). Ein Medien-Chancen-und-Grenzen-Projekt für Kinder im Kindergarten. Benjamin Wockenfuß lebt mit seiner Frau und seinen drei Jungs in Bonn kurz vor´m Wald. Als Speaker, Berater und Dozent ist er bundesweit unterwegs.

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